Segeln Ostern 2002 Elba


Die Crew

Barbie, Anke, Cati, Ricci, Skippy, Lars, Pedro, Bricos, Jan, Max(ich)

Diesmal war die Crew auf dem Weg nach Italien. Genauer gesagt in die Italienische Riviera. Unser Ausgangshafen war Porto Ercole. Dieser kleine, romantische Hafen liegt auf einer Halbinsel.

1.Tag Samstag, 23.März

Der Tag beginnt für mich um Mitternacht, da ich von den anderen in Karlsruhe abgeholt werde. Endlich beginnt unser Urlaub! Deutschland verabschiedet uns standesgemäss mit Regen. Es kann also nur besser werden. Die Durchfahrt durch den Gothard habe schon nicht mehr mitbekommen. Um 10 Uhr erreichen wir Lucca, einen Ort in der Nähe von Pisa. Wir haben dort eine längere Rast eingelegt. Am Marktplatz haben wir gemütlich unseren ersten Capuccino in Italien getrunken. Die Stimmung war klasse, kein Wunder bei diesem schönen Wetter. Auch wenn die Fahrt anstrengend ist, macht sich schon Urlaubsstimmung breit. Kurz vor 14 Uhr haben wir Piombino erreicht und haben uns dort auf die Fähre nach Elba / Porto Ferraio eingeschifft. Um 15 Uhr hat die Fähre abgelegt und nach 50min haben wir Elba erreicht. Danach mussten wir noch ein Stück über Land fahren um unseren Ausgangshafen Rio Marina zu erreichen. Es ist ein kleiner und gemütlicher Hafen. Die Übernahme des Bottes läuft reibungslos und um 20 Uhr können wir endlich das Boot beladen. Danach wird zu Abend gegessen. Wir sind alle sehr müde und gehen früh schlafen.

2.Tag Sonntag, 24.März

Wir haben richtig ausgeschlafen, war auch wirklich nötig nach dieser anstrengenden Fahrt. Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir gegen 12 Uhr nach Porto Azzurro auf. Das Wetter ist klasse und wir haben guten Wind. Um 17 Uhr laufen wir in den kleinen Yachthafen von Porto Azzurro ein. Freue mich schon auf das leckere Eis und das Original von Toilettenfrau. Und tatsächlich treffen wir Sie an den Duschen wieder. Sie plappert wie man es von einer alten Italienerin gewöhnt ist und schmettert ab und zu ein kleines Lied. Auch unsere Seekranken erholen sich schnell an Land. Wir erkunden noch etwas das kleine Städtchen, aber soviel frische Luft macht müde und so ist schon gegen 23 Uhr wieder Licht aus.

elba2002_08.jpgelba2002_09.jpgelba2002_10.jpgelba2002_11.jpgelba2002_12.jpgelba2002_13.jpgelba2002_14.jpg


3.Tag Montag, 25.März

Also ich kann mich noch an andere Törns erinnern, da sind wir schon um 7 Uhr aufgestanden, aber hier kommen wir kaum vor 8 Uhr aus den Schlafsäcken. Und so brechen wir erst gegen 12 Uhr Richtung Marina di Campo auf. Die Winde sind günstig und trotz der längeren Strecke als gestern, erreichen wir um 15:45 den wirklich kleinen Hafen. Ich kann mich noch gut an letztes Jahr erinnern, als wir wegen der steifen Brise ca. 2 Stunden zum Anlegen brauchten. Diesmal ging es schneller und ruhiger vonstatten. Wir haben dann in verschiedenen Gruppen den Ort erkundet, aber viel hat er nicht zu bieten. Ich habe nicht mal Bilder gemacht.

elba2002_15.jpgelba2002_16.jpgelba2002_17.jpgelba2002_18.jpgelba2002_19.jpgelba2002_20.jpgelba2002_21.jpg


4.Tag Dienstag, 26.März

Heute lautet unser eigentliches Ziel Marciana Marina, als wir gegen 11 Uhr aufbrechen. Während ich unter Deck liege und ein Buch lese, entscheidet sich die Crew nach Korsika zu segeln und dort Bastia anzulaufen. Das ist wirklich toll, weil wir von Elba schon viel kennen und bei dem Tempo hätten wir Elba schnell umrundet gehabt. Es ist schon eine lange Strecke und da der Wind am späten Nachmittag einschläft und wir nur noch 2 Knoten Fahrt machen, bergen wir die Segel und laufen unter Motor nach Bastia. Wir brauchen 2 Stunden unter Motor um die letzten 10 Seemeilen zurückzulegen. Eine halbe Stunde vor Bastia entdecke ich mit dem Fernglass, das im Meer vor uns entwas aufsprizt. Zuerst halte ich sie für Thunfische und rufe die Crew. Sie kommen auf uns zu und entpuppen sich als Delphine. Einige von ihnen umkreisen das Boot und schwimmen parallel zu uns mit. Am Bug waren auch ein paar zu sehen. Ich hoffe, Bricos hat ein paar gute Bilder gemacht!!! Wir treffen kurz nach Sonnenuntergang ein. Wir laufen zuerst den alten Hafen an, da wir uns aber nicht sicher sind, ob es hier Sanitäre Anlagen gibt, laufen wir wieder aus und nehmen Kurs auf den neuen Hafen. Bei meinem Anlegemanöver gerät ein Tau in die Schiffsschraube. Ralf muss morgen einen kleinen Tauchgang unternehmen, um das Tau aus der Welle zu befreien. Aber erst am Nachmittag, da ist das Wasser wärmer.

elba2002_22.jpg


5.Tag Mittwoch, 27.März

Wir haben hier in Bastia unseren ersten Ruhetag eingelegt und in aller Ruhe die Stadt erkundet. Ralf & Cati und Jan & Ricci haben die Gelegenheit genutzt und die Zweisamkeit gesucht. Wir anderen sind morgens zum Frühstück in ein Café gegangen und haben dort einen Kaffee mit Croissant genossen. Die Stadt Bastia hat einen alten Stadtkern und daran grenzen die neuen Stadtteile. Bei Tag besehen wirken die Häuser im alten Hafen nicht mehr so schön wie bei Nacht mit Beleuchtung. Wir haben uns in einem Spezialitätengeschäft lecker Schinken und Ziegenkäse gekauft. An Bord haben wir dann dazu Rotwein und lecker Baguette und Salat gegessen. War das Geil !!! Danach hat Lars die Gitarre gespielt und wir haben gesungen. Am Nachmittag hat Ralf das Tau schnell aus der Welle befreit. Abends sind wir wieder essen gegangen. Unsere beiden Paare sind verständlicherweise eigene Wege gegangen und wir haben eine schnuckelige Pizzeria gefunden. Ist eigentlich schon ein Sakrileg in Frankreich Pizza zu essen, aber sie waren wirklich gut. Wir haben viel gelacht und Deutschunterricht haben wir an diesem Abend auch noch erteilt. Hallo Valeria :))) An diesem Abend haben wir noch bis 2 Uhr morgens Lieder aus dem Bulibu 2 gesungen und Rotwein und Grappa getrunken.

elba2002_23.jpgelba2002_24.jpgelba2002_25.jpgelba2002_26.jpgelba2002_27.jpgelba2002_28.jpg


6.Tag Donnerstag, 28.März

Heute morgen wollen wir zur Nordspitze von Korsika segeln. Da der Wind ungünstig steht und wir zuviel kreuzen müssten, nehmen wir Kurs auf Elba. Der Seegang ist heute etwas heftig und einige von uns kriegen das zu spüren. Diesmal erwischt es mich auch. Zu wenig Schlaf, zuviel Rotwein und Grappa und zuviel gefrühstückt, da musste ich mich zweimal übergeben. Nachdem ich mich an Deck 2 Stunden hingelegt habe, ging es mir wieder viel besser. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Marciana Marina. Sieht nach einem gemütlichem Städtchen aus. Wir machen gleich eine Erkundungstour. Marciana Marina hat wirklich eine schöne Hafenpromenade.

7.Tag Karfreitag, 29.März

Heute morgen erwartet uns eine Überraschung. Als wir die Sanitären Anlagen zum Duschen aufsuchen, müssen wir feststellen, das es die Besten sind, die wir auf unserem Törn hatten. Sehr sauber und neu, dafür muss man auch hier bezahlen, aber das nehmen wir gerne in Kauf. Wir lassen uns beim Frühstück Zeit und um 12:30 gehen in das Städtchen und trinken einen Kaffee. Wir machen dann noch einen Rundgang durch Marciana Marina, aber ich gehe ein bisschen früher zurück. Ich hatte ein Internetcafe entdeckt und wollte mit Valeria chatten, leider hatte ich die Öffnungszeiten falsch gelesen und mit einer Zeitverschiebung von 2 Stunden wäre Valeria nicht mehr im Büro. Deshalb bin ich zum Boot zurückgegangen und ein wenig Spanisch gelernt. Anderthalb Stunden später waren auch alle anderen wieder da. Am Abend haben wir uns noch die Osterprozession angeschaut, den sogenannten Kreuzgang. Am Abend haben wir wieder viel gesungen und gelacht.

elba2002_29.jpgelba2002_30.jpgelba2002_31.jpgelba2002_32.jpgelba2002_33.jpgelba2002_34.jpgelba2002_35.jpg


8.Tag Samstag, 30.März

Unser heutiges Ziel heisst Porto Ferraio, an diese Hafenstadt kann ich mich sehr gut erinnern. Dieser Stadt merkt man wirklich die Historie an. Die grosse Zitadelle auf einem Berghügel hängt wachend über der Stadt und bewacht die Bucht von Porto Ferraio. Als wir heute lossegeln hängen wir vor dem Hafen vom Marciana Marina in der Flaute, aber wir beschliessen trotzdem die Segeln zu setzen und auf Wind zu warten. Die Wartezeit überbrücken wir mit Singen und unser Lieblingsbeschäftigung während des Segelns: Essen!! Doch allmählich kommt eine leichte Brise auf und wir entfernen uns langsam von Marciana Marina, mit maximal 2 Knoten. Nach 5 Stunden haben wir gegen Nachmittag Porto Ferraio erreicht. Wir steuern wieder den alten Hafen an, der meines Erachtens einen besonderen Charme hat. Wir sind mit den neuen auf Erkundungstour gegangen. Da Teile von uns andere Interressen hatten, habe wir uns aufgeteilt. Anke, Barbie, Bricos und ich haben die Zitadelle erkundet. Diesmal war sie, im Gegensatz zu unserem ersten Besuch letzten Jahres, auch geöffnet. Man hatte einen tollen Ausblick auf die Bucht. Hinter der Altstadt liegt auch der Fährhafen von Porto Ferraio und auch modernere Stadteil, deshalb auch nicht so schön.

elba2002_36.jpg


9.Tag Ostersonntag, 31.März

Pedro, Bricos, Barbie, Anke und Lars planen eine Wandertour durch Elba zu machen und fahren gegen 10 Uhr mit dem Bus nach Marina di Campo um von dort wieder nach Porto Ferraio zu wandern. Eigentlich wollten sie schon um 9 Uhr fahren, aber in der Nacht wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Unsere beiden Paare Jan & Ricci und Ralf & Cati wollen die Stadt nochmal jeder für sich auf eigene Faust erkunden. Ich nutze die Gelgenheit, mal den ganzen Tag wieder für mich alleine zu sein. Während die anderen schon aufgebrochen sind und unsere beiden Paare noch schlafen, Frühstücke ich bei herrlichem Sonnenschein an Deck und schaue den Leuten auf der Hafenmole zu und lese mein Buch dabei zu Ende. Ich geniesse jede Minute. Kurz nachdem ich gefrühstückt habe, brechen Jan & Ricci und Ralf & Cati auf und ich habe das ganze Boot für mich alleine. Nachdem ich das Buch fertig hatte, habe ich mich meinen Spanisch-Schulbüchern zugewendet. Gegen Mittag haben Ralf & Cati vom Chinesen etwas zu Essen mitgebracht. Mmmmhh, lecker! Ich habe volle 4 Stunden gelernt und gegen 18:45 sind Ralf und ich in ein kleines Bistro gegangen und haben dort das Fromel 1 Rennen in Brasilien gesehen. War ein tolles Gefühl, dabei italienischen Rotwein und Bruchette zu geniessen. Waren aber überraschenderweise wenig Besucher im Bistro. Wäre interessant zu sehen, weiviel hier los wäre, wenn das Rennen in Imola ist. Währenddessen sind auch unsere Wanderer zurückgekehrt. Wir sind dann nochmal spät Abends in das gleiche Bistro gegangen und haben ein paar Biere getrunken. In dieser Zeit kehrte auch Leben in das Bistro ein und es verwandelte sich in einen Treffpunkt der örtlichen Jugend, da in dem Bistro Live-Musik gespielt wurde. Ein kleine 3 Mann Band in einen kleinen Zimmer spielte aktuelle Hits und holte alles aus den Instrumenten heraus was nur ging. An diesem Abend sind wir auch erst wieder gegen 1 Uhr ins Bett gekommen, war aber noch sehr lustig.

10.Tag Ostermontag, 1.April

Heute war unser letzter Segeltag und wir mussten uns erst mal aus der Bucht von Porto Ferraio herauskreuzen, da der Wind nicht sehr günstig stand und auch nicht besonders stark war. Auch der Fährverkehr war nicht ohne, alle 15 Minuten rauschten Fähren unterschiedlicher Grösse und Geschwindigkeit an uns vorbei. Von einer sehr schnellen Tragflächen-Fähre bis zu einer riesigen Mittelmeer-Fähre. Als wir die Nordspitze von Elba umrundet haben, sind wir sogar Schmetterling gesegelt. Als wir Rio Marina quer ab hatten, haben wir nochmal einen Schlag Richtung Osten gemacht und herrlich Fahrt bekommen. So hätten wir jetzt noch stundenlang segeln können, aber da wir um 15 Uhr im Hafen sein wollten, um die Bootsübergabe vorzubereiten, blieb uns das dann doch verwehrt. Dieses Vergnügen und der Rausch der Geschwindigkeit haben wir alle die letzten Tage vermisst. Ausserdem wurde uns klar, das jetzt der Törn gleich vorbei war. Nach der Übergabe des Bootes sind wir Abends noch in eine wirklich kleine und gemütliche Pizzeria gegangen. War einfach lecker und das Tiramisu himmlisch. Diesmal sind wir nicht lange aufgeblieben, da wir morgen um 5:30 aufstehen mussten, da wir um 7:30 auf der Fähre nach Piombino sein mussten, dazu mussten wir mit dem Auto wieder nach Porto Ferraio fahren. Kurz vor 14 Uhr haben wir Piombino erreicht und haben uns dort auf die Fähre nach Elba / Porto Ferraio eingeschifft. Um 15 Uhr hat die Fähre abgelegt und nach 50min haben wir Elba erreicht. Danach mussten wir noch ein Stück über Land fahren um unseren Ausgangshafen Rio Marina zu erreichen. Es ist ein kleiner und gemütlicher Hafen. Die Übernahme des Bottes läuft reibungslos und um 20 Uhr können wir endlich das Boot beladen. Danach wird zu Abend gegessen. Wir sind alle sehr müde und gehen früh schlafen.

elba2002_42.jpgelba2002_43.jpgelba2002_44.jpgelba2002_45.jpgelba2002_46.jpg


11.Tag Dienstag, 2.April

Um 5:30 aufstehen ist eine Qual, aber musste sein. Um 6:15 haben wir das Boot verlassen und sind zur Heimreise aufgebrochen. Um 8 Uhr hat die Fähre abgelegt und es wahr mir schon etwas wehmütig zu Mute. Elba ist wirklich traumhaft schön. Uns stand jetzt eine lange Rückreise bevor. Vor der Italienischen Grenze zur Schweiz hatten wir einen Kilometer Stau, als uns aber ein 15km Stau vor dem Gothard-Tunnel angekündigt wurde, sah ich meine Hoffnungen schwinden um 20 Uhr zu Hause sein zu können. Als wir dann aber 30km vor dem Tunnel schon im Stau standen, brach dann bei der Crew schon so etwas wie Frustration durch. Wir brauchten 3 Stunden bis wir am Tunneleingang waren. Ab da lief es aber Gott sei Dank reibungslos. Um Mitternacht war für mich dann der Urlaub vorbei. Ich konnte weningstens noch 6 Stunden schlafen, die anderen mussten jetzt noch Richtung Köln und Duisburg fahren. Ich habe sie wirklich nicht beneidet. Es war wirklich ein toller Törn und wir hatten viel Spass. Da wir Elba jetzt 2mal hintereinander gemacht haben, glaube ich das wir nächstes Jahr wieder das Segelgebiet wechseln werden.